Ein A5-Format bietet unterwegs ein gutes Gleichgewicht aus Fläche und Tragbarkeit, doch ein Leporello entfaltet Panoramawege besonders überzeugend. Glatteres Papier lässt Tinte sauber gleiten, eine leichte Zahnstruktur gibt Graphit Halt. 120–160 g/m² sind robust ohne unnötiges Gewicht. Runde Ecken, Fadenheftung und ein Gummiband helfen, wenn Wind greift. Ein Einsteckfach nimmt Fundstücke auf: Kiefernnadeln, Ticketstummel, winzige Karten.
Mit HB zeichnest du konstruktiv und sauber, 2B bis 4B setzen samtige Schatten und feuchte Felsbänder. Ein Druckbleistift hält Linien konsequent, ein Holzbleistift erlaubt breite Flächen über Hangschotter. Kurze Schraffuren verhindern Glanz auf Kalk. Fixativ spare ich mir unterwegs, schütze Seiten jedoch durch dünnes Backpapier. Ein kleiner Anspitzer mit Auffangbehälter vermeidet Späne auf dem Steig und hält das Tempo achtsam, nicht hastig.
Wasserfeste, pigmentierte Tinte bewahrt Konturen, wenn Nebel niedergeht oder Tropfen sprühen. Ein extrafeiner Füller zeichnet Gräser, Fichtenkronen und Steinschichten ohne zu schwimmen. In Kälte erwärme ich den Stift kurz in der Tasche, dann fließt alles wieder. Dunkle Brauntöne wirken weicher als tiefes Schwarz auf Kalk. Ein schmaler Pinselstift kann punktuell Schatten setzen, ohne das Minimalistische zu verlieren.
Lege das Skizzenbuch flach, vermeide Deckenlampenreflexe, nutze seitliches Tageslicht. Eine Scanner-App mit Perspektivkorrektur hilft bei Leporellos. Hebe Originaldateien als DNG oder TIFF auf, exportiere zusätzlich verkleinerte JPEGs fürs Teilen. Balanciere Schwarztöne, ohne feine Graphitgitter zu verlieren. Benenne Dateien konsequent nach Datum und Ort, damit Erinnerungen auffindbar bleiben und Serien später ohne Rätsel wachsen können.
Beginne mit einer weiten Einstiegsseite, führe dann näher heran: Bachkiesel, Trittspur, Baumrinde. Streue gelegentlich eine Karte oder einen Höhenpfeil ein. Wechsle zwischen ruhigen und dichten Seiten, damit Atem bleibt. Schließe mit einer stillen Doppelseite, die Blick und Gang verlangsamt. Lasse Fehler stehen; sie sind Hinweisschilder, nicht Makel, und halten die Reise menschlich und wahr.
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